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Klimahochdrei - Die Klimanews der Woche

Newsletter über den Klimawandel immer dienstags mit drei kurzen, aktuellen Meldungen.

Überblick über aktuelle Klimanews

Der Newsletter Klimahochdrei gibt dir einen Überblick über aktuelle Klimanews. Kern des Klimanewsletters sind drei ausgewählte Meldungen aus den Bereichen Klimapolitik, Klimaforschung, Klimaaktivismus oder verwandten Gebieten rund um den Klimawandel. Die News sind kurz gehalten und bringen dich schnell auf den aktuellen Stand. Geschrieben wird Klimahochdrei von mir, Jakob, Physiker mit Erfahrung in der Klimawissenschaft. Unterstützt werde ich hierbei von Tobias, engagiert in der Klimabewegung und heute beruflich im Bereich Erneuerbare Energien tätig. Wir lese für dich die News in verschiedenen Zeitungen, sortiere sie und fasse das Wichtigste zusammen.

Der Klimanewsletter in aller Kürze:

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Die Klimanews der Woche

Hier findest du die Klimanews aus dem letzten Newsletter:

1) Indien überspringt das fossile Zeitalter?

Einer Analyse des Energie Thinktanks Ember zufolge elektrifiziert Indien seine Wirtschaft derzeit schneller, als China es in vergleichbaren Entwicklungsphasen getan hat und überspringt damit in weiten Teilen direkt das fossile Zeitalter. Im aktuellen Interview mit der Zeit analysiert Energieanalyst Kingsmill Bond die Entwicklungen. Während China seinen industriellen Aufstieg lange auf Kohle aufgebaut hat, setzt Indien zunehmend unmittelbar auf Solarstrom und andere erneuerbare Energien. Die saubere Stromproduktion wächst inzwischen so schnell, dass sie einen Großteil des steigenden Strombedarfs decken kann. Dieser Pfad unterscheidet sich grundlegend von klassischen Industrialisierungsmodellen und könnte Vorbild für andere Schwellenländer werden. Allein 2025 kamen in Indien 35 Gigawatt Solar und 6 Gigawatt Wind hinzu. In China waren es sogar über 300 Gigawatt Solar und mehr als 100 Gigawatt Wind. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im selben Jahr 17 Gigawatt Solar und 5 Gigawatt Wind neu installiert.

In diesem Kontext steht auch die Meldung, dass im Jahr 2025 die Kohlestromerzeugung sowohl in Indien als auch in China gesunken ist. Laut der Auswertung des Thinktanks Centre for Research on Energy and Clean Air für Carbon Brief ist das erstmals seit 1973 der Fall. Der Energieanalyst Lauri Myllyvirta spricht von einem historischen Moment, der einen globalen Emissionspeak näher rücken lassen könnte.

Zum Weiterlesen: Zeit, Frankfurter Rundschau, taz

2) Klimaneutrale Schifffahrt: Studie für den Bundestag zeigt Wege, aber auch politische Blockaden

Der internationale Schiffsverkehr verursacht rund drei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen und damit etwa doppelt so viel wie Deutschland. Das Büro für Technikfolgenabschätzung (TAB) beim Bundestag hat nun untersucht, wie die Handelsschifffahrt auf einen klimaneutralen Pfad gebracht werden könnte.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass insbesondere klimaneutrale Treibstoffe eine zentrale Rolle spielen werden. Gleichzeitig wird deutlich, dass technologische Lösungen allein nicht ausreichen. Ohne internationale Verpflichtungen und klare politische Vorgaben droht die Transformation zu stocken. Klassische Alternativen wie batterieelektrische Antriebe scheitern bei Hochseeschiffen meist an Reichweite und Leistung.

Expert*innen, die das Science Media Center zum Bericht befragt hat, bescheinigen der Studie zwar Substanz, kritisieren jedoch die starke Fokussierung auf wasserstoffbasierte E‑Fuels. Hinzu kommen lange Investitionszyklen. Handelsschiffe werden oft 25 bis 30 Jahre betrieben. Deshalb ist es entscheidend, auch bei der bestehenden Flotte alle Effizienzpotenziale, z. B. durch Segel, zu nutzen und parallel Infrastruktur, Regulierung und Kraftstoffproduktion voranzubringen.

Zum Weiterlesen: taz, Bundestag Bericht, Tagesspiegel Background

3) Tiere im Klimawandel: Körper schrumpfen, Lebensräume wandern, Rhythmen geraten aus dem Takt

Im aktuellen SWR-Wissen Podcast spricht der Biologe Berhard Kegel über sein Buch „Die Natur der Zukunft – Tier- und Pflanzenwelt in Zeiten des Klimawandels.” Darin beschreibt er, dass der Klimawandel nicht nur Lebensräume verändert, sondern zunehmend auch die Körper von Tieren. Beobachtungen aus aller Welt zeigen, dass viele Arten kleiner werden, während Ohren, Schnäbel, Flügel oder Schwänze größer werden. Diese Veränderungen helfen bei der Wärmeabgabe und waren bisher vor allem aus früheren Warmzeiten bekannt. Nun werden sie erstmals systematisch bei heute lebenden Arten dokumentiert.

Gleichzeitig verschieben sich Lebensräume rasant. An Land wandern Arten im Schnitt rund 60 Kilometer polwärts innerhalb von 50 Jahren, in den Meeren noch deutlich schneller. In der Nordsee tauchen inzwischen Arten aus südlicheren Gewässern auf, darunter Tintenfische, die sich dort bereits fortpflanzen. Das hat direkte Folgen für Fischerei, Landwirtschaft und regionale Wirtschaft.

Besonders problematisch sind sogenannte Mismatch-Effekte. Viele Tiere orientieren sich bei Fortpflanzung und Wanderung an der Tageslänge, Pflanzen dagegen an der Temperatur. Dadurch passen zentrale Prozesse nicht mehr zusammen. Bei Rentieren etwa sinken die Nachwuchszahlen, weil die Tiere zu spät zu optimalen Nahrungsbedingungen eintreffen. Hinzu kommt: Die Klimakrise verschärft die Biodiversitätskrise, ist aber nicht ihr alleiniger Auslöser. Zerstörte Lebensräume, Monokulturen und fehlende Wanderkorridore nehmen vielen Arten die Möglichkeit, sich überhaupt noch anzupassen.

Zum Weiterhören: SWR-Wissen

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